Das Casino Bern 1909–2019 | Le Casino de Berne 1909-2019

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Das Casino in Bern hat eine lange Vorgeschichte wie kaum ein zweites Grossprojekt der Neuzeit in Bern. Ungewöhnlich ist, dass es zwei Bauherrschaften hatte, die sich ablösten. Zunächst trieb die Einwohnergemeinde die Studien voran und erwarb eigentlich contre coeur das heutige Terrain, nachdem die behördlichen Vorstellungen von Standort und Nutzungskombination an einer Volksabstimmung gescheitert waren. Sie veranstaltete auch den Architekturwettbewerb. Aus wirtschaftlichen und anderen Gründen – das Scheitern ihrer Vorstellungen gehört wohl dazu – liess die Stadt das Projekt liegen, so dass die Burgergemeinde als Retterin der Situation das für das kulturelle und gesellschaftliche Leben Berns und für das Gesicht der Altstadt so wichtige Bauvorhaben an die Hand nahm. Die Freilegungsarbeiten im Zuge der Erneuerung 2017– 2019 haben eine nie für möglich gehaltene Folge von Umbauten, Neunutzungen, Umorganisationen und Sanierungen an den Tag gelegt, die ihresgleichen sucht. Alle bisherigen Interventionen wollten Teilbereiche verbessern, Räume attraktiver machen, organisatorische Probleme lösen, vor allem aber die Rentabilität steigern. Dabei verloren sie oft das Ganze aus den Augen.

Es dürfte kaum ein zweites Bauwerk geben, das in seiner 100-jährigen Geschichte diese ununterbrochene Kette von Veränderungen zeigt. Ein bemerkenswertes Phänomen, wenn man bedenkt, dass die gesellschaftliche Stellung des Hauses im sozialen Gefüge Berns nie bestritten war. Die zum Teil bestürzenden baulichen Feststellungen sind der eigentliche Auslöser der hier vorgelegten Publikation; sie wurden erhärtet durch archivalische Recherchen, die namentlich die Burgerbibliothek hilfreich förderte. Spannend war die Frage nach den gesellschaftlichen Veränderungen, die zu den baulichen Eingriffen führten; diese haben das Gesamtkonzept der Erdgeschossräume völlig durcheinandergebracht und das ausgelöscht, was die Burgergemeinde 1904 bei der Überarbeitung des Wettbewerbsprojekts des Architekten ausdrücklich verlangt hatte, nämlich das Grossrestaurant.

Die erste den Bau als Ganzes erfassende Gesamterneuerung des Casinos 2017–2019 behielt auch Baubefunde und stratigraphische Untersuchungen im Auge. Dabei war die Pflege der Wandoberflächen ebenso wichtig wie das Gesamtkonzept, das die umfassende, durch die Architekten erarbeitete Dokumentation des reichhaltigen historischen Plan- und Bildmaterials berücksichtigen konnte. Beide Forschungsbereiche waren gleichzeitig wichtige Quellen für dieses Buch. Die Publikation folgt der historischen Entwicklung, durchschiesst sie aber mit den thematisch geordneten Bildstrecken, welche die jetzige Gestalt der Räume im Licht der vorausgegangenen Zustände präsentieren.

:)

Autoren: Anna Bähler, Claudio Campanile, Jürg Schweizer

Preis
CHF 90.00
GSK-Mitgliederpreis
CHF 63.00
Typ:
Buch
Abbildungen
210
Seitenzahl
204
Artikelnummer
PB-0007DF-PRNT
Inhaltssprache
Deutsch
Französisch
Erscheinungsdatum
ISBN
978-3-03797-634-0
Bandnummer
7
Verlag
Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte